fbpx

Veröffentlichst Du Texte, Bilder oder andere Inhalte, dann läufst Du auf den ersten Blick wenig Gefahr, andere in Mitleidenschaft zu ziehen. Du stellst keine Produkte her oder erbringst Tätigkeiten, die die Gesundheit oder das materielle Eigentum eines Dritten verletzen könnten. Nichtsdestotrotz siehst Du Dich als Blogger einigen Risiken ausgesetzt: 

Durch die Veröffentlichung kannst Du immaterielle Schäden anrichten und so möglicherweise von den Geschädigten in die Pflicht genommen werden. Warum daher eine Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung genau das Richtige für Dich ist, möchte ich Dir anhand einiger Beispiele erläutern.

Wo ist denn der Unterschied zur Haftpflicht-Versicherung?

Zunächst aber zum Begriff der Haftpflicht-Versicherung: Eine Haftpflicht-Versicherung ist vergleichbar mit einem Schutzschild, der Dich im beruflichen Umfeld bei der Erbringung Deiner Tätigkeiten oder Dienstleistungen absichert. 

Im Idealfall kommt dieses Schutzschild natürlich nie zum Einsatz und ist demnach nur für den Notfall gedacht, greift aber ein, sofern ein Dritter aufgrund eines erlittenen Schadens, für den Du verantwortlich gemacht wirst, Ansprüche an Dich stellt. Genau an dieser Stelle entfaltet der Schild wie folgt seine Wirkung:

  • Du leitest dem Haftpflicht-Versicherer sämtliche Informationen zum potentiellen Schadenfall und dem erhobenen Anspruch weiter, damit dieser den Sachverhalt prüfen und entscheiden kann, ob der Vorwurf des Dritten berechtigt oder unberechtigt ist – und somit, ob Du bzw. Deine Versicherung für den Schaden aufkommen müssen oder nicht. Soweit zum Verhältnis des Geschädigten zu Dir.
  • Darüber hinaus prüft der Versicherer im Nachgang aber auch im Verhältnis zwischen Dir und dem Versicherer, ob der Schaden im Rahmen einer versicherten Tätigkeit eingetreten und somit von der Versicherung umfasst ist. Worauf es hierbei zu achten gilt, werden wir später noch beleuchten.

Schadensersatz durch Zahlung oder Abwehr durch passiven Rechtsschutz

Vorausgesetzt der Schaden ist im Rahmen einer versicherten Tätigkeit eingetreten, kann die Prüfung des Versicherers zwei Folgen nach sich ziehen: Entweder der Versicherer stellt fest, dass der Anspruch des Dritten berechtigt ist oder er kommt zum Ergebnis, dass der gegen Dich gestellte Anspruch unbegründet ist. 

  • Im ersten Fall – dem berechtigten Anspruch – stellt er Dich von den Ansprüchen frei. Dies bedeutet, dass er dem Dritten den eingetretenen Schaden ersetzt. 
  • Im zweiten Fall, dem unbegründeten Anspruch, übernimmt er die Abwehr des gegen Dich gerichteten Anspruchs, in dem er die Zahlung verweigert. 

Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn der Versicherer sich eines Gutachters bedient, der feststellt, dass Du für den erlittenen Schaden keine Verantwortung trägst. Die Kosten für den Gutachter übernimmt dabei der Versicherer. Gleiches gilt für die Kosten in dem Fall, dass Dich der Geschädigte infolge des verweigerten Schadenersatzes verklagt und z.B. weitere Anwalts-, Gutachter- oder Gerichtskosten anfallen. Die Haftpflicht-Versicherung erfüllt folglich auch die Funktion einer sogenannten passiven Rechtsschutz-Versicherung.

Betriebshaftpflicht vs. Vermögensschadenhaftpflicht

Cute, young female blogger posing on camera

In der Haftpflicht-Versicherung sind nun zwei Produkte voneinander zu unterscheiden: Zum einen gibt es hier  die konventionelle Betriebshaftpflicht, die Dich bei Personen- oder Sachschäden oder daraus entstehenden (und sogenannten unechten) Vermögensschäden schützt. Zum anderen die Vermögensschadenhaftpflicht (manchmal auch Berufshaftpflicht), die Dich schützt, wenn weder die Gesundheit, der Körper oder das Eigentum eines Dritten zu Schaden kommen, sondern Du einen finanziell Schaden verursachst.

Schadenbeispiele

Wie Dich als Blogger das Schicksal der finanziellen Schädigung eines Dritten treffen kann, möchte ich Dir anhand folgender Beispiele näher bringen.

  • Du postet ein Bild, das nicht zur kostenlosen Veröffentlichung freigegeben ist und der Urheber mahnt Dich nicht nur ab, sondern stellt zeitgleich hohe Kostenforderungen (Urheberrecht)
  • Du schreibst über ein tolles Produkt und wirst wegen Schleichwerbung abgemahnt (Wettbewerbsrecht)
  • Du postet einen Text und zitierst falsch, weshalb Du wegen Rufschädigung abgemahnt wirst (Persönlichkeitsrecht)
  • Du vergisst, den Kommentar eines Besuchers, der darin eine andere Person beleidigt hat zu löschen und dieser stellt Schmerzensgeldansprüche gegen Dich als Betreiber der Plattform (Persönlichkeitsrecht)

Darüber hinaus kann es weitere Fälle geben, in denen ein Dritter finanzielle Ansprüche an Dich stellt, z.B. wenn Du aufgrund einer Erkrankung eine Frist nicht einhalten kannst und Dich der Auftraggeber aufgrund der verzögerten Leistung auf Schadenersatz verklagt. 

Wie Du siehst, gibt es leider einige Situationen, die Dich in eine ungünstige Lage versetzen können. Mit Hilfe einer Vermögensschadenhaftpflicht kannst Du Dich zum Glück gut absichern.

Die Vermögensschadenhaftpflicht im Detail

Solltest Du Dich nun für eine Vermögensschadenhaftpflicht entscheiden, solltest Du folgende Aspekte berücksichtigen: 

  • Die sog. „offene Deckung“, die Dir Schutz bei allen branchenüblichen Tätigkeiten bietet. Im Gegensatz zu Versicherungen, bei denen die versicherten Tätigkeiten in der Anzahl eingeschränkt sind und so evtl. nicht alle deine Dienstleistungen vom Versicherungsschutz umfasst sind, bieten Versicherungen mit offener Deckung uneingeschränkten Schutz (oft mit einer beispielhaften Aufzählung von versicherten Tätigkeiten) für alle branchenüblichen Dienstleistungen, die im Tätigkeitsbereich eines Bloggers anfallen können. Nichtsdestotrotz kannst Du auch hier auf Ausschlüsse treffen, die den Versicherungsschutz einschränken. Das Prinzip der offenen Deckung besagt aber, dass alles, was nicht explizit ausgeschlossen ist, vom Versicherungsschutz umfasst ist. Schaue Dir die Ausschlüsse in den Bedingungen darum genau an. Hierbei gibt es einige Anbieter, die ihre Bedingungen so verständlich schreiben, dass auch Du als Laie sie verstehst.
  • Mitversicherung von Ansprüchen wegen der Verletzung geistiger Eigentumsrechte. Dabei handelt es sich z.B. um Schutz- und Urheberrechte wie Namens-, Markenrechte oder Lizenzrechte. Da Deine Inhalte ohne große Redaktion oder mit einer großen Rechtsabteilung im Rücken veröffentlicht werden, solltest Du Dir als Blogger darüber bewusst sein, dass die Verletzung von geistigen Eigentumsrechten eines der größten Risiken für Dich ist. Achte also darauf, dass Ansprüche aus der Verletzung eben dieser vom Versicherungsschutz umfasst sind.
  • Mitversicherung von SubunternehmernSofern Du zur Auftragserledigung die Unterstützung eines Dritten, d.h. eines Subunternehmers benötigst, achte darauf, dass auch Schäden, die durch diesen verursacht werden über die Versicherung abgedeckt sind. Dein Auftraggeber wird aufgrund des zu Dir bestehenden Vertragsverhältnisses im Schadenfall nämlich auf Dich, als seinen Ansprechpartner zukommen. Natürlich wird der Versicherer in Erwägung ziehen, ob er sich den durch den Subunternehmer verursachten Schaden durch einen Regress beim Subunternehmer „zurück holt“, dies spielt aber erst nachgelagert eine Rolle. Wichtig ist, dass Dein Versicherer Dich im Verhältnis zum Auftraggeber von dem Anspruch freistellt, z.B. auch um die Beziehung zum Auftraggeber nicht unnötig zu belasten.
  • Weltweiter Geltungsbereich. Als Blogger veröffentlichst Du Inhalte, die durch das Internet in Windeseile durch die Welt gehen können. Damit einher geht die Gefahr, dass Anspruchsteller nicht nur aus Deutschland oder Europa kommen können, sondern auch aus anderen Teilen der Welt. Hier unterliegst Du aufgrund deiner Tätigkeit und der potentiellen Reichweite einem größeren Risiko. Der weltweite Geltungsbereich wird insbesondere auch dann wichtig, wenn Du ausländische Auftraggeber hast, Du im Ausland sitzt oder Deine Verträge auf ausländischen Rechtsnormen basieren. Sollte Dich ein Anspruchsteller im schlimmsten Falle wirklich vor einem ausländischen Gericht verklagen, ist durch den weltweiten Geltungsbereich sichergestellt, dass Dir auch hier Hilfe zuteilwird. 
    Wenn Du Auftraggeber in den USA oder Kanada hast oder dort eine Tochtergesellschaft existiert (in einigen Fällen notwendig, um auf dem dortigen Markt Fuß zu fassen), solltest Du dies in jedem Falle dem Versicherer melden, da hier häufig aufgrund der speziellen Rechtsprechung Einschränkungen im Versicherungsschutz bestehen. Durch die Mitteilung an den Versicherer kannst Du Komplikationen von vornherein vermeiden.