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Gastartikel von Rafael Kurz

Die Corona-Krise hat vor allem Selbstständige hart getroffen. Um sich schnell Liquidität zu sichern, kündigen viele vorschnell ihre private Lebensversicherung. Dabei gibt es Möglichkeiten, schnell und sicher Mittel aus den Verträgen zu bekommen und dabei die Altersvorsorge zu erhalten.

Nach langem Stillstand läuft der Betrieb vielerorts wieder an. Viele Selbstständige, Firmengründer und Unternehmer kämpfen aber noch immer mit massiven finanziellen Problemen. Je nach Branche wird das aktuelle Geschäft von den strengen Hygiene- und Kontaktbeschränkungen weiter beeinträchtigt.

Auch die Maßnahmen der Bundesregierung reichen oft nicht aus. Die Überbrückungshilfen sind an strenge Voraussetzungen geknüpft und nicht für alle ohne weiteres zu bekommen. Dabei zählt in diesen Zeiten jeder Euro. Niemand will mit seinem Unternehmen aufgrund der Krise scheitern. Für schnelle Liquidität denken viele an ihre private Lebensversicherung und lösen diese auf.

Aber Vorsicht: Wenn Du Deine Lebensversicherung einfach beim Versicherer kündigst, verlierst Du Deine Altersvorsorge, den Hinterbliebenenschutz und verzichtest auch noch auf wichtigen finanziellen Mehrwert. Jedes Jahr werden rund 80 Millionen Euro verschenkt, weil Versicherte ihre Police kündigen statt sie am Zweitmarkt zu verkaufen. Dort finden sich weitere Wege, mit der Lebensversicherung schnell und sicher an Geld zu kommen. Folgende Möglichkeiten bestehen je nach Stufe des Liquiditätsbedarfs.

Stufe 1: Ausgabenseite reduzieren – Beiträge für Lebensversicherung pausieren

Vielleicht konntest Du trotz des Lockdowns einen Teil deiner Einnahmen online oder über Lieferdienste generieren oder mit einem Nebenjob den finanziellen Schaden begrenzen. Nun läuft Dein Geschäft wieder an, wenn auch nicht ganz auf Normalniveau.

Womöglich hilft es Dir in diesem Fall schon, kurzfristig deine Ausgaben zu reduzieren. Neben der Stundung von Krediten – Banken zeigen sich aktuell kulant – lohnt sich ein Blick auf die Lebensversicherung. Eine wertvolle private Altersvorsorge ist nämlich mit nicht unerheblichen monatlichen Beitragszahlungen verbunden. Diese können aber pausiert werden.

Wichtig: Wer die Beitragszahlungen in der Lebensversicherung aussetzen will, sollte die vertraglichen Details für einen Wiedereinstieg kennen. Denn in der Regel ist das abhängig von der Kulanz des Unternehmens. Bei älteren Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, darf die Beitragspause nicht länger als zwei Jahre sein. Nur so bleiben auch die Erträge auf weitere Einzahlungen steuerfrei.

Liquidität über Kosteneinsparung steht Dir sofort zur Verfügung.

Stufe 2: Police beleihen: Unkomplizierte Geldquelle mit Erhalt der Altersvorsorge

Die Zinsen für einen Dispo sind auf Dauer einfach zu hoch. Mittelfristig ist deshalb ein Policendarlehen die bessere Wahl für Dich. 

Vorteil: ein Policendarlehen gibt es schnell und unkompliziert ohne  Schufa-Eintrag. Zudem bleibt der Versicherungsschutz für Todesfall und Berufsunfähigkeit erhalten. Besonders günstige Konditionen bieten hier Zweitmarkt-Unternehmen.

Die Zinszahlung erfolgt monatlich, die Tilgung ist endfällig. Sobald sich die finanzielle Lage wieder stabilisiert, kann die Summe in Teilbeträgen oder auch im Ganzen zurückgezahlt werden. Alternativ kannst Du die Summe bei Vertragsende mit der Ablaufleistung verrechnen lassen. Die Auszahlung erfolgt innerhalb 2-3 Wochen.

Auch Versicherer bieten diesen Service an, aber jüngste Vergleiche zeigen, leider nur für eigene Verträge und zu meist nicht konkurrenzfähigen Konditionen.

Konditionen bei finanziellen Engpässen

Grafik: Wie Du bei kurz- und langfristigen finanziellen Engpässen zu günstigen Konditionen an Geld kommst (Vergleich) 

Stufe 3: Lebensversicherung verkaufen mit bestmöglichen Mehrwert

Für viele Selbstständige stellt sich diese Wahl aktuell aber leider nicht – sie benötigen langfristig Geld und müssen ihre Reserven komplett auflösen. In dem Fall sollte das immerhin zu den bestmöglichen Konditionen erfolgen. Es geht hier schließlich um bares Geld und wertvollen Hinterbliebenenschutz.

Wer die Police einfach kündigt, hat schon verloren. Die Lebensversicherung zu verkaufen ist immer die bessere Alternative. Dabei profitierst Du als Verkäufer nämlich von 3 bis 6 Prozent Mehrwert gegenüber dem Rückkaufswert beim Versicherer, in Einzelfällen sogar bis zu 15 Prozent. Bei einem Rückkaufswert von 50.000 Euro kann das leicht 3.000 Euro ausmachen. Der Aufwand unterscheidet sich dabei nicht von der Kündigung.

Meine Podcastempfehlung

Auch Hermann-Josef Tenhagen empfiehlt den Verkauf der Lebensversicherung in seinem aktuellen Corona-Podcast (Folge 29) (LINK: https://tenhagens-corona-podcast.podigee.io/29-lebensversicherung-zu-geld-machen).*

Neben dem finanziellen Vorteil ist der Hinterbliebenenschutz das entscheidende Argument für den Verkauf der Lebensversicherung. Denn bei einer Kapitallebensversicherung bleibt dieser teilweise erhalten. Stirbt die versicherte Person, erhalten die Erben vom Policenkäufer eine Todesfallleistung in Form einer nachträglichen Kaufpreiserhöhung  – die Differenz der vom Versicherer gezahlten Todesfallleistung abzüglich aller bis dahin für den Policenkäufer angefallenen Kosten wie beispielsweise laufende Beiträge und Kaufpreis für die Police.

Die Lebensversicherung zu verkaufen ist Vertrauenssache: Deshalb sollte der nur an ein Unternehmen erfolgen, das sich an die strengen Standards des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) hält. Mitgliedsunternehmen bezahlen beispielsweise den kompletten vereinbarten Kaufpreis immer unverzüglich nach Abtretung der Police durch den Versicherer und gewähren den Rest-Todesfallschutz. Von Anbietern, die Ratenzahlungen anbieten oder eine mögliche Rückzahlung der Kapitalertragssteuer nicht an den Kunden weitergeben, solltest Du in jedem Fall absehen.

Ihr wollt mehr erfahren? Dann besucht policendirekt.de und informiert Euch über Eure Möglichkeiten.

* Wir (dooing.de UG) sind für den verlinkten Podcast nicht verantwortlich